Der Fleckner in den Stubaier Alpen

Fleckner ein Berg in den Alpen der uns überraschte

Fleckner Römerkehre Infos

Fleckner 2231m hoher Berg in Stubaier Alpen in Südtirol. Toller Panoramablick auf das Passeiertal.
Auto: Autobahnausfahrt Sterzingen (mautpflichtige Autobahn Richtung Bozen) erreicht man die Zufahrt zum Jaufenpass angenehm auf der SS44. Der Pass ist immer gut ausgeschildert und schlengelt sich über viele Serpentinen hinauf auf 2094m. Die Auffahrt liegt in einer Linkskurve der Serpentinstraße SS44 und sieht sehr steil aus, ist aber bis zum Parkplatz gut zu befahren.
Bus & Bahn: Ab Bahnhof in Meran mit dem Bus 240 nach St. Leonhard in Passeier zum Busbahnhof. Dort Anschluss Bus 241 zur Haltestelle "Römerkehre" kurz vor dem Jaufenpass nutzen.

Ausrüstung

Festes Schuhwerk und je nach Jahreszeit Regenzeugs mitnehmen. Kamera, Smartphone, Video für die Erinnerung.
Entspannte Wanderung mit einigen steinigen und steilen Passagen. Die Wiesenwege sind leicht zu bewandern. Einkehr: Flecknerhütte, Ezianhütte. Schwierigkeit: mittel Dauer: ca. 1,5 - 2 Std. Alter: ab 10 Jahre je Kondition
Wanderkurier - Hikingblog - Fleckner

Wanderkurier – Hikingblog – Fleckner

Der Morgen an dem wir in Meran gegen acht Uhr in Ruhe frühstückten, fingt entspannt und ruhig an, wir bereiteten unsere Wanderung in den Stubaier Alpen auf den Fleckner (2331m) vor und gingen nochmal unsere Rucksäcke durch, ausreichend Wasser war gepackt einige Müsliriegel und etwas Schokolade, da wir erst nach der Tour in der Flecknerhütte einkehren wollten war die schnelle Zufuhr von Zucker nach den ersten Anstrengungen die richtige Wahl, so unser Gedanke. Die Akkus für Kamera, Smartphone und Powerbank und das Wanderequipment waren vorbereitet und klar für den Start. Die Sonne schien und ein heißer Tag mit kräftiger Juli Sonne kündigte sich an, wir waren froh der Hitze entgehen zu können und glücklich eine neue Wanderroute kennenlernen zu können. Unsere Anreise erfolgte mit einem PKW, was uns zu einem späteren Zeitpunkt zugute kam.

Über die Autobahnausfahrt Sterzingen (mautpflichtige Autobahn Richtung Bozen) erreicht man die Zufahrt zum Jaufenpass angenehm und auf gut ausgebauten Straßen. Der Pass ist immer gut ausgeschildert und schlängelt sich über viele Serpentinen hinauf auf 2094m. Es gibt die Möglichkeit an der Enzianhütte sein Fahrzeug zu parken, wir nutzen jedoch den Parkplatz, den man ca. 800 Meter vor der Enzianhütte auf der SS41 erreichen kann. Die Auffahrt liegt in einer Linkskurve der Serpentinenstraße und sieht sehr steil aus, ist aber gut zu befahren. Nach diesem Aufweg erreicht man einen großen Parkplatz, von dem man seine Wanderung mit Sicht auf die Flecknerhütte starten kann.

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Da die Kinder mit dabei waren, gingen wir erst den gut ausgeschilderten Weg 12A, den man auch  als alpinen „Spaziergang“ von ca. 2,5 Std. sehen kann, heute sollte die ruhige Runde gegangen werden, um den Vortag bei den Drei Zinnen mit allen körperlichen Anstrengungen nicht zu wiederholen. Dieser Gedanke trug sich bis zur Gabelung an der die Route 12B beginnt, ein Blick nach oben ließ einen tollen Berganstieg vermuten nach kurzer Überlegung trennten sich unsere Wege, die Herausforderung den Gipfel des Fleckner 2331m zu erlaufen war für zwei von uns interessanter und reizvoller als der seichte Weg 12A, in diesem Sinne gibt es gewisse Parallelen zur Drei Zinnen Tour, ich habe es schon während der Autofahrt geahnt, heute wird wieder ordentlich etwas für die Beinmuskulatur getan. Alle waren mit dieser Entscheidung einverstanden und wir verabredeten uns auf der anderen Seite des Rundgangs wiederzutreffen um die Gruppe wieder zu vereinen.

Der 12B ging gleich steil an, der Weg verläuft an einer alten Steinhütte vorbei, die auch gern als Ruhepunkt für das dort teilweise ansässige Grauvieh dient, ab diesem Punkt geht es ausschließlich über einen kleinen Pfad stetig bergauf und man sieht das Gipfelkreuz Stück für Stück näher kommen. Vorbei an zugeröllten Passagen, die trotzdem gut zu bewandern sind und einem kleinen Tümpel, der zur Zeit der Wanderung kaum Wasser trug, es ging zügig und sportlich weiter in Richtung Gipfel, die jungen dreizehnjährigen Beine waren in diesem Fall flotter als die leicht gebrauchten im mittleren Alter, was zu einigen Erheiterungen seitens der Jugend führte.

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Die Strecke war nicht hoch frequentiert und somit sehr angenehm und ruhig, ein toller Wandertag in den Bergen, da waren wir uns einig. Es ist immer wieder schön zu erleben wie die Berge den Menschen beeinflussen und glücklich stimmen. Hin und wieder stieß man auf andere Wanderer, die ebenfalls den „Touchdown“ suchten oder diesen bereits hinter sich hatten. Immer noch war uns der Sonnenschein nah und wir mussten aufgrund des recht hohen Tempos einige Pausen einlegen, um die Situation nicht zu überreizen. Nach gut einer Stunde Wanderung erreichte uns ein Anruf von unseren Mitwandern weiter unten, die den Rundgang wählten, sie berichteten von einem immer näher kommendem starken Grollen, was sehr nach einem Gewitter klang. Wir bekamen davon nichts mit und beendeten unsere Sonnenrast. Man wird immer wieder darauf hingewiesen, dass es in den Alpen schnelle Wetterumschwünge geben kann, so auch an diesem Tag. Nach weiteren 30 Minuten steiler Wanderung zum Gipfelkreuz des Fleckners, zog es immer weiter zu, wir mussten entscheiden wie es weitergehen soll, ohne uns zu gefährden. Der ausgemachte Treffpunkt mit der anderen Gruppe auf dem Rundweg war noch zu weit entfernt, uns erreichten weitere Nachrichten über eine Schlechtwetterfront. Jetzt waren wir so kurz davor und nutzen, die Möglichkeit uns in das Gipfelbuch einzutragen, ab dann wurde es für uns Nordlichter ungewohnt, die Wolken holten sich schnell und mächtig den Gipfel und uns ein. Die Entscheidung war klar, wir machten uns auf den Rückweg, alles andere wäre grob fahrlässig gewesen. Unser neues Ziel, die Flecknerhütte als Treffpunkt mit der anderen Wandergruppe.

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Nach unserem Entschluss trafen wir noch ein junges Paar, welches wie aus dem Nichts plötzlich vor uns stand und nach dem Wanderweg fragte, sie gingen einfach immer querfeldein, ohne die Markierungen des Wanderweges zu beachten. Man sollte gerade beim Alpine-Wandern gut ausgerüstet sein und vor allen Dingen auf seine Sinne und den gesunden Menschenverstand achten, auch wenn man nicht viel Erfahrungen in derartigen Regionen gesammelt hat. Wir waren uns sicher und verweilten noch gut 10 Minuten auf dem Gipfel um zu beobachten wie sich das Wetter weiter verhält, es wurde immer klarer und deutlicher, dass wir unbedingt zurück zur Flecknerhütte gehen sollten. Leider wurde unsere Wanderung durch das heranziehende Gewitter unterbrochen, trotz allem haben wir viel neues Wissen über die Alpen hinzugewonnen, was wir zu späteren Zeitpunkten sicherlich nutzen können. In diesem Sinne haben wir alles richtig gemacht.

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Der Abstieg war irgendwie unheimlich, wir konnten von dem Gewitter, welches auf der anderen Seite des Berges aufzog nichts mitbekommen, erst als wir in der Höhe der Hütte ankamen, nahmen wir das Grollen bewusst wahr. Letztendlich war unsere Entscheidung, die Richtige nach der Einkehr und einem hervorragenden Kaiserschmarrn, suchten wir noch den nahegelegen See am Anfang der Wanderung 12A auf um uns die Tierwelt dort anzusehen, wir hatten keine fünf Minuten für diese Exkursion, da hinter uns wie aus dem Nichts plötzlich ein Blitz einschlug und daraufhin innerhalb von 2-3 Minuten ein mächtiger Regen einsetzte. Zum Glück hatten wir unser Auto dabei, womit wir wieder am Anfang der Geschichte angelangt sind, so konnten wir der Situation noch rechtzeitig ausweichen. Etwas weiter unten auf der Serpentinenstraße mussten wir aufgrund des starken Regens anhalten, eine Weiterfahrt wäre enorm gefährlich geworden, da der Regenguss enorm stark war und die Sicht auf gute fünf Meter schrumpfte. Von den Gewalten der Natur und der Wanderung waren wir immer noch mit einer guten Portion Adrenalin versehen, als wir unten im Passeiertal einige Getränke zu uns nahmen und uns die gewonnenen Erlebnisse teilten, wurde uns immer bewusster, diese Region ist immer wieder spannend und jede Wanderung bringt neues interessante Ereignisse mit sich. Eine starke Wanderung trotz des Abbruches.

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Wie Wanderung ist sehr schön und wäre auch noch in Richtung Saxner 2358m weitergegangen, wurde jedoch durch die schlechte Wetterlage unterbrochen. Der Weg ist an einigen Stellen steinig und steil, hier fordert die Wanderung gutes Schuhwerk, die Wiesenwege sind entspannt zu gehen. Grundsätzlich sollte jeder ein Mindestmaß an Trittsicherheit mitbringen. Wir bewerten die Tour, die gut 1,5 Stunden dauert als mittelschwer, die Kammwanderung verlangt einem nicht viel ab, so kann das hervorragende Bergpanorama und das Passeiertal genossen werden. Die Blicke, die man über das Passeiertal zur Texelgruppe schweifen lassen sollte sind beeindruckend und lassen einen wissen, warum man Wandern geht.

Flecknerhütte am Jaufenpass

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