Moin Pitztalgletscher

Gletscherwanderung auf dem Pitztalgletscher, also Moin Pitztalgletscher.

Moin Pitztalgletscher
Moin Pitztalgletscher

Neulich im Pitztal, so oder so ähnlich könnte meine Story zu dieser Wanderung losgehen, so mache ich das aber nicht, wäre ja irgendwie langweilig.

Vielleicht starte ich einfach damit, was für mich nicht so gut lief, und zwar ein höllischer Sonnenbrand. Wer konnte es auch ahnen, dass da oben die Sonne so stark scheint und die UV-Belastung etwas höher ist als im Tal. Tut mir leid für den leicht zynischen Unterton, aber ich muss meine eigene Dummheit etwas herunterspielen. Ich war in einer tollen Gruppe unterwegs und warum auch immer hatte ich nur eine Mütze anstatt meiner Truckercap, die mir stets einen guten Sonnenschutz für meine Stirn gab, dabei. Um das Bild zu vervollständigen, es gab einen großen Hautbereich zwischen Mütze und Sonnenbrille, der natürlich an diesem Tag nur bedingt mit ausreichendem Sonnenschutz für derartige Höhen eingeschmiert wurde. Diese Erkenntnis bekam ich aber erst, als ich nach der eigentlichen Tour wieder im Hotel im Restaurant saß und sehr merkwürdige Blicke der anderen Gäste scannte und fragende Blicke mit auf mein Hotelzimmer nahm.

Verdammt ich hatte mir dermaßen die Stirn verbrutzelt, dass ein leuchtender roter Streifen meine Stirn schmückte und das sah ziemlich dämlich aus, in diesem Moment der Erkenntnis fuhr mir die Schamröte ins Gesicht und glich den entstandenen Farbverlauf einigermaßen aus, eine weitere Erkenntnis kam zur Eigentlichen hinzu, du bist ab jetzt für die kommenden Tage eine Attraktion und kaum jemand wird dich darauf ansprechen, also konnte das Kopfkino für mich losgehen. Was geht wohl gerade in den Köpfen der Anderen vor und welche Fragen stellen sich die Leute wohl. Gut, erstmal 2 Schnaps und 2 Bier, dann sieht die Welt für mich etwas anders aus.

Moin Pitztalgletscher

Doch erstmal wieder zurück zur Wanderung, darum soll hier ja gehen, könnte man fast nicht vermuten mit diesem Einstieg.

Schon am frühen Morgen beim Frühstück hatte ich so richtig Bock darauf auf dem Pitztalgletscher herumzulaufen, weil ich das so noch nicht gemacht hatte. Bei der Wanderung von Oberstdorf nach Meran kam ich bereits in den Genuss im tiefen Schnee herumzuwaten, gerade nach der Memminger Hütte und auf der Tour von der Braunschweiger Hütte nach Zwieselstein, waren so einige knietiefe Situationen dabei. Eine Gletschertour ist jedoch etwas anderes. Wenn du eine Wanderung auf einem Gletscher machen möchtest, suche dir eine geführte Tour aus, da gerade unerfahrene nicht den Blick für Spalten und andere Gefahren haben, also schön in der Gruppe da hoch und sicher wieder herunterkommen.

Moin Pitztalgletscher

Wie oben beschrieben hatten wir eine sehr homogene Gruppe im Alter von 14 Jahre bis, ach lassen wir das. Wichtig dabei ist, dass alle im wahrsten Sinne des Wortes an einem Strang gehen, wenn dort ein Glied nicht mitkommt wird die Wanderung etwas schwieriger, aber auch entspannter für die Fotografen in der Reihen, geraden zu den Zeitpunkten der Stopps können wunderbare Momente auf dem Gletscher eingefangen werden. Je nach Wetterlage lassen sich hervorragende Landschaftsbilder aus einer besonderen Perspektive fotografieren.

Etwas Ausdauer sollte schon vorhanden sein, da es natürlich erstmal nach oben geht, wir waren insgesamt gute 3 Stunden unterwegs, 3 Stunden, in der jede einzelne Minute wertvoll und ganz besonders war, gerade wenn die riesigen Eisblöcke, die vom Schnee befreit sind, zu sehen und zu berühren sind, ein starkes Naturmoment.

Moin Pitztalgletscher

Nach einem kurzen Innehalten sind wir in Schlangenlinien wieder zurück zur Gondelstation gegangen, um dem nächsten Abenteuer entgegenzusehen, Abseilen von einer Eiskante auf dem Pitztalgletscher.

Achja, nebenbei, wir sind mit der Pitztaler Gletscherbahn durch den Berg nach oben gefahren.

So richtig interessant wurde es dann beim Abseilen von einem riesigen Eisblock, der prima zum Eisklettern einlädt – für Einsteiger eine wirklich gute Möglichkeit ein Gefühl dafür zu bekommen, was es bedeutet am Eis zu klettern. Hüftgurte umgelegt, Seil vorbereiten das richtige Schuhwerk angezogen und dann Stück für Stück ca. 30 Meter in die Tiefe abseilen. Ein toller Moment.

Irgendwie merkte ich zwischendurch ein leichtes Ziehen an der Stirn, was ja auch nicht verwunderlich war, da half nur eins weiter rauf mit der Gondel auf 3.440 Meter, etwas im Café 3440 einnehmen und den Tag so langsam ausklingen lassen. Hej, gut ich sah am Kopf aus, wie ein armes Grillhähnchen in einer Grillbude in Bottrop, aber die Glücksmomente waren mehr als präsent in meinem Kopf, so geht Entspannung, da fallen die kleinen Zipperlein hinten über und werden unwichtig.

Hotelzimmer ich komme, den Rest kennst du ja…

Hier geht’s zur Gratwanderung auf dem Hochzeiger im Pitztal.

Moin Pitztalgletscher

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